Beteiligte

Wen muss/kann ich einbinden, was ist sinnvoll?

Um überhaupt bauen zu können, sind vollständige Plan- und Ausschreibungsunterlagen erforderlich.

Dazu sollte der Bauherr sich im Vorfeld darüber im Klaren sein, was er will, was er braucht, was er kann (gerade finanziell).

Wenn der Bauherr vorher schon weis, welche Heizung er einbauen will, wenn der Heizungsbauer die Auslegung der Heizung übernimmt, braucht hier kein Architekt oder Ingenieur Zeit zu investieren.

  • Der Architekt plant das Haus nach den Vorstellungen des Bauherren.
  • Der Architekt muss seine Bauherren ausführlich beraten und auf notwendige Fachplanungen, Baugrunduntersuchungen etc. hinweisen.
  • Der Architekt ist der Ansprechpartner für seine Bauherren, Ingenieure, die ausführenden Firmen und die Behörden.
  • Er sorgt dafür, dass alle erforderlichen Pläne vorliegen, berechnet die Flachen, ermittelt die Baukosten.
  • Der Architekt hat die Ausschreibung zu erstellen, Angebote einzuholen, u.U. die Baustelle zu überwachen, Abnahmen zu begleiten und die Rechnungen zu prüfen.

Normalerweise werden Ingenieure als so genannte Sonderfachleute benötigt.

  • Ingenieure sind erforderlich für die Baugrunduntersuchung, die Tragwerksplanung und die Planung der technischen Gebaudeausrüstung mit Wasser, Heizung, Energie.
  • Ingenieure sollten keine Erfüllungsgehilfen des Architekten und auch nicht von ihm, sondern immer vom Bauherren beauftragt werden. Ingenieure aus dem selben Büro mögen ebenfalls fachlich geeignet sein, oft wird hier aber an der nötigen Sorgfalt gespart, da man ja „seinen“ Architekten kennt.
  • Es kann von Vorteil sein, die Bauleitung, an einen externen Bauleiter, zu vergeben. Allerdings sollte dieser dann frühzeitig mit eingebunden werden.

Wir hatten im Dorf ein Bauvorhaben, wo der Architekt wohl keinen Ingenieur eingebunden hatte. Als der Rohbau fertig war, stellte sich heraus, das das Haus, welches im Bergsenkungsgebiet gebaut wurde und über einem alten Schacht stand, nur Streifenfundamente hatte. Entgegen der Forderung der RAG. Der folgende Rechtstreit zog sich über Jahre...

Auch sollte die Ausschreibung von einer oder mehreren, nicht mit dem Bau involvierten Fach- und auch Nichtfachleuten geprüft werden. Gerade Personen, die sich nicht auskennen, fallen meist gute Fragen zu unverständlichen Positionen ein, die schon machen € gespart haben.

Vollständige Planungsleistungen sind für die mangelfreie Erstellung von Gebäuden unerlässlich. Das Leistungsbild der erforderlichen Planungen ist in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) aufgeführt. Dazu später mehr.

Grundsätzlich sind alle zu erbringenden Leistungen vertraglich zu vereinbaren.

Wie komme ich zum Planer, was ist zu beachten?

Normalerweise sollte ein Architekt/Ingenieur beauftragt werden, der ortskundig ist. Keinen langen Anfahrtsweg hat und einen guten Ruf genießt.

Fragen Sie in Ihrem Bekanntenkreis, bei Baufirmen, im Hochbauamt und den Verbraucherzentralen nach Empfehlungen.

Vor der Entscheidung über die Beauftragung von Planungsaufgaben wird das Einholen von Referenzen immer wichtiger (trifft auf alle am Bau beteiligten zu).
Hierbei sollte Wert auf Objekte gelegt werden, die älter als 5 Jahre sind.
Ältere Bauten geben Auskunft über die Ausführungs- und Betreuungsqualitäten des Planers, insbesondere weil besonders viele und schwere Mangel sich (in und) nach der Gewährleistungsfrist (nach aktueller VOB 4 Jahre) einstellen.
Rufen sie die in der Referenzliste genannten Bauherren an. Fahren Sie am Besten dort vorbei und unterhalten sie sich.

Kein Mensch ist unfehlbar, auch kein Planer. Bauleitende Architekten und Ingenieure müssen ihren Auftraggebern ein mangelfreies Werk übergeben.
Bei heutigen Projekten ist dies nur schwer möglich, da einfach zu teuer. Niemand wird eine 12 stündige Anwesenheit des Planers vor Ort bezahlen können/wollen.

Bei Aufsichtsfehlern und darauf zurück zu führenden Mängeln ist der Bauleiter in der Regel versichert. Auch Kostenüberschreitungen sind versicherbar, allerdings auch recht teuer.
Nicht die Versicherungspolice des Architekten/Ingenieurs, sondern die Deckungszusage der Haftpflichtversicherung für das jeweilige Objekt gibt die erforderliche Sicherheit.
Nur so können die Risiken und der Versicherungsschutz im Vertag geregelt werden.
Dazu fragen Sie vor Auftragsvergabe bei der Versicherung nach. Lassen sie sich hierzu schon vorab vom Planer eine Vollmacht erteilen.

Günstiger geht es mit ehemaligen Architekten/Bauingenieur, die als Bauleiter gearbeitet haben. Viele in Rente befindlichen Fachleute sind gern bereit, freiberuflich etwas hinzu zu verdienen.